Versicherungssumme in der Hausratversicherung

Wer einen eigenen Hausstand gegründet, sollte sich auch Gedanken über die Versicherungen machen, die ihm im Schadensfall nützlich sind. Niemand ist vor Schäden an seiner Wohnungseinrichtung gefeit, die durch Brand, Leitungswasser, Hagel, Sturm oder Einbruchdiebstahl entstehen. Doch genau hierfür kann die Hausratversicherung zumindest finanziell Ersatz leisten. Bis zu welchem Betrag die Hausratversicherung leistet, hängt von der Höhe der vereinbarten Versicherungssumme ab. Wie wird diese bemessen und worauf muss geachtet werden?

Versicherungssumme berechnen: Jede Socke ist versichert

Zur Ermittlung der Versicherungssumme muss der Neuwert des gesamten Hausrats vom Versicherten möglichst genau bestimmt werden. Unter Hausrat sind Möbel, Elektrogeräte, Geschirr, Textilien, Kleidungsstücke, Lebensmittel, Geld bis zu 1.000 Euro und Wertsachen zu verstehen. Für die Berechnung würde das konkret bedeuten, der Verbraucher müsste den Wert von der einzelnen Socke bis hin zum Flachbildfernseher zusammenzählen. Das ist den meisten jedoch zu umständlich, angesichts der großen Vielzahl der versicherbaren Gegenstände. Die Versicherer berechnen die Versicherungssumme anhand eines Pauschalbetrags pro Quadratmeter Wohnfläche.

Unterschiedliche Pauschalbeträge

Abhängig von der Versicherung, der Einrichtung der Wohnung und der Wohngegend, variieren die Pauschalbeträge in der Regel zwischen 600 und 800 Euro pro Quadratmeter. Wer in einer Großstadt wohnt, wo häufig eingebrochen wird, und zudem Sammler antiker Möbelstücke ist, sollte also von einem höheren Pauschalbetrag ausgehen. Je höher die vereinbarte Versicherungssumme ist, desto höher belaufen sich auch die Beiträge zur Versicherung. Ab einer bestimmten Deckungssumme verlangen einige Anbieter außerdem, dass bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, beispielsweise eine Alarmanlage zum Schutze des Hausrats eingebaut wird.

Unterversicherung kann verheerend sein

Was passiert, wenn der tatsächliche Wert der versicherten Gegenstände ober- oder unterhalb der vereinbarten Versicherungssumme liegt? Es handelt sich dann um eine Über- beziehungsweise Unterversicherung. Eine Überversicherung hat unnötig hohe Beitragszahlungen für den Versicherten zur Folge. Eine Unterversicherung kann vor allem dann große finanzielle Einbußen mit sich bringen, wenn Hausrat mit hohem Wert nach einem Schaden ersetzt werden muss. Leistet die Versicherung dann, so erstattet sie nur einen prozentualen Anteil an den Neuanschaffungskosten. Beträgt die Versicherungssumme beispielsweise 80 Prozent des tatsächlichen Neuwerts aller versicherten Gegenstände, wird die Neuanschaffung eines teuren Flachbildfernsehers ebenfalls nur zu 80 Prozent erstattet. Wenn die ganze Wohnungseinrichtung nach einem Brand zerstört ist, sind auch die finanziellen Auswirkungen einer Unterversicherung verheerend.

Hausratversicherung regelmäßig auf dem Laufenden halten

Um eine Unterversicherung zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, seine Hausratversicherung regelmäßig über Neuanschaffungen und damit Wertsteigerungen im Hausrat zu informieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Klausel zum sogenannten Unterversicherungsverzicht mit in den Versicherungsvertrag aufzunehmen. Diese wird vor allem denjenigen eingeräumt, die sich bei der Berechnung der Versicherungssumme am vorgeschlagenen Pauschalbetrag orientiert haben.