Unterschied Hausratversicherung und Gebäudeversicherung

Worin unterscheiden sich Hausratversicherung und Gebäudeversicherungen? Welche Versicherung kommt beispielsweise dafür auf, wenn beim letzten Sturm das Hausdach beschädigt und ein auf dem Dachboden verwahrter, teurer Teppiche von Hagel in Mitleidenschaft gezogen wurde? Wann tritt ein Schadensfall ein?

Grundsätzlich werden Schäden erstattet, wenn sie von einem Unwetter, Hagel, Leitungswasser, Feuer oder einer Explosion herrühren. Hausrat ist außerdem bei Einbruchdiebstahl versichert. Mit einer Gebäudeversicherung werden zusätzlich Beschädigungen durch Flugzeugabsturz oder – je nach Versicherungsvertrag— Einschlag eines fliegenden Objektes erstattet. Abhängig davon, in welcher Region Deutschlands das zu versichernde Haus steht, empfiehlt es sich außerdem eine Elementarschadensversicherung abzuschließen. Diese leistet Ersatz bei Flut, Hochwasser, Erdbeben, Schneedruck oder Frost. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Wohngebäudeversicherung.

Was schützt die Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung kommt für sämtliche Schäden an nicht-verbauten Gegenständen in einem Haushalt oder daran angrenzenden Gebäudeteilen, etwa dem Keller, auf. Dabei wird der Neuwert des versicherten Objekts erstattet. Der folgende Hausrat ist in der Regel durch die Hausratversicherung geschützt:

  • Möbel,
  • Elektrogeräte,
  • Geschirr,
  • Kleidungsstücke,
  • Textilien,
  • Lebensmittel,
  • Bargeld bis zu 1.000 Euro und Wertsachen begrenzt durch einen Anteil von 20 Prozent an der vereinbarten Deckungssumme.

Der oben erwähnte Teppich wird also von der Hausratversicherung ersetzt, da es sich um ein nicht-verbautes Objekt handelt. Lesen Sie hier mehr zu den Leistungen der Hausratversicherung.

Gebäudeversicherung muss sogar für Heizungen aufkommen

Schäden, die hingegen an dem versicherten Gebäude und mit ihm verbauten Gegenständen entstehen, müssen von der Gebäudeversicherung getragen werden. Deshalb wird beispielsweise die beschädigte Dachung von der Gebäudeversicherung erstattet.

Garagen oder Gartenhäuser sind zwar nicht direkt mit dem versicherten Haus verbaut, sie können jedoch in den Versicherungsvertrag mit aufgenommen werden. Zu den verbauten Objekten zählen beispielsweise auch Einbauküchen, (Zentral-)Heizungen, Rohrleitungen, Markisen und Antennen.

Sowohl Hausrat- als auch Gebäudeversicherer auf dem Laufenden halten

Es empfiehlt sich generell, die jeweilige Versicherung über Änderungen bezüglich der versicherten Gegenstände zu informieren. Schafft der Versicherte beispielsweise viele neue Elektrogeräte und Möbel an, sollte er dies melden. Im Falle einer Schadensregulierung könnte ansonsten eine Unterversicherung festgestellt werden. Das bedeutet schlimmstenfalls, dass der Versicherte nur weniger als die durch den Schaden entstandenen Kosten zurückerstattet bekommt. Eine Unterversicherung kann sich auch bei der Gebäudeversicherung einstellen. Werden Bauarbeiten am Haus nicht vom Fachmann durchgeführt, kann sich dadurch entweder der Wert des Gebäudes ändern oder das Risiko der Anfälligkeit für Schäden erhöhen. In beiden Fällen kann sich die Versicherung Leistungen vorbehalten.

Versicherungsbeiträge neu berechnen

Die grundsätzliche Höhe der Versicherungsbeiträge bemisst sich ebenfalls nach dem Wert des versicherten Hausrats beziehungsweise Gebäudes. Beim Hausrat gilt als Richtwert für die Ermittlung der Deckungssumme ein Betrag von 800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Ist der Versicherte im Besitz vieler wertvoller Gegenstände, sollte er sicherlich mehr veranschlagen. Bei der Gebäudeversicherung sind für den Beitrag Standort und Bauweise des Hauses entscheidend sowie die Art der Dachung. Die Gesamtsumme wird bei der Gebäudeversicherung über den gleitenden Neuwert berechnet: Multipliziert wird dabei der Wert, den das Haus im Jahr 1914 gehabt hätte, mit dem aktuellen Baupreisindex.